

Also kreischte Epikurus
(»Alte clamat Epicurus«, Originaltext: Carmina Burana, 13.
Jhdt.)
Parodie auf das »Palästinalied«; Musik: Walther von
der Vogelweide, ca. 1170-1230
Nachdichtung in heutigem Deutsch: Friedhelm
Schneidewind
Mit seinem »Palästinalied« ist der »fahrende
Berufsdichter« Walther von der Vogelweide (ca. 1170 – 1230) der wohl
erfolgreichste Komponist der Weltgeschichte: Das fast 800 Jahre alte Stück
ist auf Konzerten und CD gleichermaßen ein Renner, kaum eine Mittelaltergruppe
kommt ohne es aus, und durch Bands wie »Estampie« oder »Quntal«
hat es Eingang in die Diskotheken gefunden.
Die Bekanntheit des Palästinaliedes auch zu seiner Zeit wird durch die
Parodie in der »Carmina Burana« belegt. Diese im 13. Jahrhundert
entstandene und 1803 im bayerischen Stift Benediktbeuren wiederentdeckte Handschrift
enthält Liebeslieder, geistliche Dramen, Trink- und Spielerlieder, Parodien
und Satiren; zu etwa 50 der rund 320 Texte ist die Musik überliefert.
Carl Orff und seiner genialen musikalischen Neuschöpfung ist es zu verdanken,
dass Teile der Liedersammlung heute weit über den Kreis der am Mittelalter
Interessierten bekannt sind. Die hier vorgelegte Aufnahme umfaßt 4 der
6 Strophen aus der »Carmina Burana« – die letzte ist auch dort
der Originaltext aus dem »Palästinalied«. Die vollständige
Übertragung aus dem Lateinischen von Friedhelm Schneidewind ist mit Noten
in dessen Liederheft »Tandaradey«
enthalten.