Schlagwerk/Rhythmusinstrumente

Als Begleitung sind Rhythmusinstrumente ungeheuer wichtig - und ziemlich sicher waren die ersten Instrumente, mit denen Menschen Musik machten, keine zur Erzeugung verschiedener Tonhöhe, sondern Schlaginstrumente für den Rhythmus.

In der Folk- und Mittelaltermusik gibt es zahlreiche Schlaginstrumente, und viele Trommeln aus dem afrikanischen oder arabischen Raum, etwa die Djembe, werden verwandt. Diese hier vorzustellen, würde zu weit führen - sich gut informieren und manches schöne Stück erwerben kann man z. B. in Dritte-Welt-Läden. 

Unter den Schlaginstrumenten kann man unterscheiden zwischen den Membraphonen, Instrumenten, die den Klang durch eine Membran erzeugen (die meisten Trommeln), und den Idiophonen, das sind Instrumente, die durch eine Eigenschwingung des Instrumentenkörpers Töne und Geräusche hervorbringen können, ohne dazu eine Saite, Membran oder die Schwingung einer Luftsäule zu benötigen. Komplexere Idiophone können nicht nur Rhythmus erzeugen, sondern auch Melodien, wie etwa eine Maultrommel oder ein Xylophon.

Schnurtrommel/LandsknechttrommelBodhran/MondtrommelTamburin/SchellenKlanghölzer/Kastagnetten/Zimbeln

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Trommel, Reilingen 2007 Für Mittelaltergruppen besonders geeignet sind Schnurtrommeln und Landsknechtstrommeln
(meist mit zwei Naturfellen), allgemeiner viele Sorten von Röhrentrommel.

BODHRAN oder MONDTROMMEL nennt man eine einseitig bespannte, runde Trommel, auf der man nicht nur schlagen, sondern sehr gut auch mit den Fingern streichen kann.
Die irische Bodhrán (sprich Bau-rohn)
ist meist it Ziegenfell bespannt, das oft noch in einem Jahrhunderte alten Verfahren gegerbt wird, und bei Bedarf mit einem Kreuz verstärkt. Die Herkunft des Namens ist unklar: Das gälische Wort »Bodhran« bedeutet »tiefer Ton«, das irische Wort Bodhar »taub« oder »eindringlich«. Angeblich wurde die Bodhrán ursprünglich im Moor als Werkzeug zum Transport des Torfes benutzt, nach einer anderen Theroei stammt sie von Getreide- oder Erdsieben ab. Am wahrscheinlichsten ist der Import aus anderen Ländern.
Wie ihre Herkunft ist auch das Alter dieser Trommel umstritten; in der Folkmusik
wurde sie erst in den 1950er-Jahren so »richitg« entdeckt und wird heute gerne auch in Schottland und Neufundland gespielt.

(Instrument im Einsatz)


Das TAMBURIN (Schellentrommel) ist eine einseitig bespannte Handtrommel mit Schellen oder Metallplättchen, die in den Holzrahmen eingelassen sind. In der arabischen Welt, in Spanien und in Italien wird es seit alters her benutzt als Begleitinstrument zum Tanz. Es wird geschlagen oder geschüttelt. 

Gerne werden in der Mittelaltermusik auch SCHELLEN verwandt, am Stock befestigt (SCHELLENBAUM) oder am Band um den Arm oder, am häufigsten, um den Fuß gebunden. 

 


Viele Schlagwerkinstrumente sind Idiophone, das sind Instrumente, die durch eine Eigenschwingung des Instrumentenkörpers Töne und Geräusche hervorbringen können, ohne dazu eine Saite, Membran oder die Schwingung einer Luftsäule zu benötigen. Dazu gehören verschiedenste KLANGHÖLZER, von  ganz einfachen bis zu sehr edlen, und die KASTAGNETTEN (»kleine Kastanien«, Bild). Bei der spanischen Variante werden sie beim Tanz von einer um Daumen oder Mittelfinger gelegten Schnur gehalten und mit den übrigen Fingern gegeneinander geschlagen werden. Im modernen Orchester und in der Folk- oder Mittelaltermusik werden in der Regel die leichter zu handhabenden STIEL-KASTAGNETTEN verwandt. Aus Holz sind auch die besonders bei Gauklern beliebten REIBSTÖCKE, RATSCHEN und KLAPPERN.

Ähnliche Verwendung finden die besonders zu orientalischen Tänzen beliebten ZIMBELN, zwei Metallplättchen, die mit je einem Band an Daumen und Zeige- oder Mittelfinger befestigt werden und paarweise oder auch zu vieren (dann an beiden Händen) aneinandergeschlagen werden; sie zählen ebenso zu den Idiophonen wie etwa BECKEN oder GONGS.

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